Tod

Wie immer gilt: Der Text will nur inspirieren, aber nicht belehren, weil er sonst Anmaßung wäre, weil der Schreiber keine Sprache beherrscht und über viele von ihm verwendete Worte nur diffuse Vorstellungen hat (zum Beispiel „Wissen“ oder „Logik“).

Denkauslöser:

Logik: Obiges ist eine Vermutung, ein spekulatives Glaubensbekenntnis, kein Wissen.

Begründung 1
mit der Annahme: Tod gibt es im Gegensatz zum Leben nur in einer einfachen, eindeutigen Form – so wie 0, statt 1+n, wie „Licht aus“, statt „Lichtstärken“, also Tod = Nichtexistenz vor der Geburt (Ta wie Tod absolut):
Es ist kein Mensch bekannt, der uns zweifelsfrei in einer als Wissen anerkennbaren Form berichten kann: „Ich war tot und hörte dabei vollständig auf zu sein.“

Begründung 2
mit der Annahme: Weil bereits Uneinigkeit über die Definition und Bandbreite unserer aktuellen Daseinsform „Leben/Sein“ besteht, kann sich diese Relativität auch nach dem Leben fortsetzen (Tr wie Tod relativ):
Es ist kein Mensch bekannt, der uns zweifelsfrei in einer als Wissen anerkennbaren Form berichten kann:
„Ich war tot und wechselte dabei in eine andere Form des Seins.“
oder
„Ich war tot und wechselte dabei zwischen verschiedenen Todesformen (Ta und Tr).“

Ergänzung:
„Den Tod erlebt man nicht.“ (Fundstelle)

Richtig im Wortsinn.
Der Kontext suggeriert jedoch: Mit dem Tod wird
1. jede bekannte und noch unbekannte Form von Wahrnehmung und Bewusstsein, sowie
2. jede bekannte und noch unbekannte Form des Existierens
3. für die Dauer unendlich ausgeschlossen.

Das erscheint unlogisch, weil wir bereits jetzt für einen kosmisch winzigen Zeitpunkt nach einem großen Vorher und vor einem großen Nachher für einen uns vermutlich weitgehend bekannten Zustand (Leben) wissen, dass Wahrnehmungsfähigkeiten außerhalb unserer eigenen existieren (Flora, Fauna (1, 2), neurologisch auffällige Menschen) und weil wir wissen, dass wir schon in relativ lebendigem Zustand ohne Selbstbewusstsein existieren können.

Somit bleibt auch ungewiss, ob mit dem Freitod eine sofortige und dauerhafte Eindämmung eines größeren Übels (alle im aktuellen Leben/Sein vorhandenen Unglücklichkeiten (Schmerzen, Reue, …)) erreicht werden kann. Auch dann, wenn man glaubt die Existenz von Gott ausschließen zu können.

„Von meiner Freiheit, die ja zumindest potenziell zwischen Freizeit und Freitod oszilliert – wie es Michael Richter in einem glänzenden Aphorismus[3] zum Ausdruck bringt –, bleibt mir also letzten Endes nur die Gewissheit, „dem Tod den Vorzug vor den Nachzüglern“[4] gegeben zu haben, was immer ein überaus schwacher und hinfälliger Trost bleiben muss.“ (Bruder Egregantius)

Mein stärkstes Vermeidungsmotiv (Angst vor Freitod) ergibt sich aus der großen Unsicherheit darüber was mich erwartet – einschließlich Unumkehrbarkeit – und der kleinen Sicherheit (Hoffnung), dass sich meine aktuelle Leidamplitude bereits in der nächsten Sekunde mit unbekannter Periodendauer umkehren könnte.

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2 Kommentare zu “Tod

  1. Egregantius sagt:

  2. Danke. Falls Du es noch nicht tust, sorge bitte dafür, dass Deine Tweets der Welt erhalten bleiben. Wenn Du davon entlastet werden möchtest, kümmere ich mich (selektiv) darum.

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